Die außerirdische Rasse der Furonen hat wirklich nichts mehr zu lachen: Durch die vielen nuklearen Kriege, die sie geführt haben, verloren sie ihre Geschlechtsorgane und können sich dementsprechend nicht mehr fortpflanzen. Also versucht man die eigene Rasse durch klonen zu erhalten. Wie gut, dass es die Erde gibt und sich die menschliche Rasse wunderbar zum Klonen eignet. Deshalb schicken die Furonen einen Abgesandten, der menschliche DNS einsammeln soll. Dumm nur, dass der Alien über amerikanischen Boden abgeschossen und in der Area 42 gefangen gehalten wird. Darauf hin schickt man kurzer Hand die kleinen aber gemeinen Crypto, gegen seinen Willen, zur Erde um diese zu infiltrieren, eine Invasion vorzubereiten, menschliche DNS zum Klonen zu beschaffen und den „Gefangenen" zu befreien.In „DAH" spielt man einen fiesen, kleinen Außerirdischen, mit der Aufgabe, die Erde zu infiltrieren und eine Invasion vorzubereiten. Dabei werden alle möglichen Klischees, aus den Science Fiction Filmen der 50er und 60er Jahre, aufgegriffen und extrem schwarzhumorig in Szene gesetzt (die allerherzlichsten Grüße von Analsonde & Co.!). Allein die Unterhaltung zwischen dem Außerirdischen und der ersten irdischen Lebensform, der er begegnet, einer Kuh, ist zu schreien komisch: „Earth creature, the Furonan Empire welcomes you!" Diese antwortet lediglich mit einem feuchten Kuhfladen.
Der Spieler bekommt verschiedene Möglichkeiten, um in den über 20 Level für Unruhe zu sorgen. Zum Einen kann man, mit der fliegenden Untertasse, Städte und Dörfer in Schutt und Asche legen, was echt Laune macht, zum Anderen geht dies auch zu Fuß, ausgestattet mit einer Laser-Pistole und telekinetischen Kräften, mit deren Hilfe kann man lose und bewegliche Gegenstände (Autos, Kühe, Menschen, etc.) schweben lassen und als Waffe einsetzten kann. Das Level- und Missionsdesign gestaltet sich sehr abwechslungsreich. So muss man in einer Mission einen Showmaster entführen, diesen hypnotisieren um, mit seiner Hilfe, die dumme und einfältiger Menschheit zu manipulieren. Damit Crypto nicht zuviel Aufmerksamkeit erregt erlernt er später die Fähigkeit, sich als Mensch zu tarnen. Sollte es doch mal zu zwangsläufigen Auseinadersetzungen kommen, verfügt der kleine, graue Fiesling über ein reichhaltiges, originelles und auch witziges Waffenarsenal. Angefangen von der gewöhnlichen Strahlenpistole bis zur Analsonde (die ist besonders witzig: Getroffene Gegner halten sich den Allerwertesten und laufen planlos durch die Gegend, bis ihr Kopf platzt und Crypto das Gehirn - das DNS-Träger - einsammeln kann).
Die Waffenkraft ist auch bitter nötig, den wie sollte es auch anders sein, haben die Menschen natürlich was dagegen, sich unterjochen zu lassen. Angefangen vom Bauern mit Schrotflinte, über Polizei, Militär bis hin zu Spezialeinheiten der Regierung mobilisiert die Erdbevölkerung so ziemlich alles, was möglich ist, um den außerirdischen Störenfried los zu werden.
Die Level sind groß, abwechslungsreich und komplett zerstörbar. Von Städten, Dörfern, ländlichen Gegenden, Jahrmärkten bis zu geheimen Militärbasen (Area 42) wird dem Spieler ein großer Spielplatz, zum Austoben, geboten.
Technisch hinterlässt „DAH" einen sehr guten Eindruck. Die Grafik ist, abgesehen von gelegentlichem Bildaufbau, sehr detailliert und farbenfroh und die englische, sowie die - „Überraschung!" - deutsche Sprachausgabe ist exzellent. Auch die 50er Jahre Filmmusik ist super und passt zum Spiel, wie die Analsonde in den menschlichen Darmtrakt.
Was man allerdings kritisieren muss, ist die Tatsache, das es während der Missionen keine Rücksetzpunkte gibt. Wenn man kurz vor Missionsende scheitert, weil z. B. die hypnotisierte Schönheitskönigin, auf dem Weg zur Untertasse, vor ein fahrendes Auto läuft und das nicht überlebt, muss man die komplette Mission erneut starten. Nervig wird's allerdings nicht, da die Missionen auch beim mehrmaligen Spielen unterhaltsam bleiben. Auch die oben genannten grafischen Schwächen, sowie die recht langen Ladezeiten, sehe ich mal als negativ an. Mit ein bisschen mehr Feintuning hätte man das auch beheben können.
Unter'm Strich ist „DAH" eine absolute Bereicherung der Videospielwelt. Vom anfänglichen Geheimtipp mausert es sich zum absoluten Topspiel. Die abwechslungsreichen Missionen, die sehr gute Spielbarkeit und der schöne, schwarze Humor sind die großen Stärken. Meiner Meinung nach, sollte „Destroy all Humans!" in keiner Spielesammlung fehlen. Kauftipp!
Positiv
- Schöne und detaillierte Grafik
- Professionelle Synchronsprecher
- Abwechslungsreiches Gameplay
- stimmungsvolle Musik
- sehr schwarzhumorig
Negativ
- Kamera teilweise etwas unübersichtlich
- keine Rücksetzpunkte innerhalb der Missionen
- gelegentlicher Grafikaufbau
Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Gameplay: 9/10
Steuerung: 9/10
Umfang 8/10
Spielspaß: 87 %